Wie Du Frauen in Deinem Betrieb stärken kannst

Autohaus Kuhn + Witte hat eine ganz besondere Art gefunden, die Frauen des Betriebes in Szene zu setzen: Als Boxerinnen. „Ring frei für Frauen mit Profil“ lautet der Slogan auf der Website, der uns so begeistert hat, dass wir Unternehmerfrau und Geschäftsführerin Kerstin Witte nach unserem Podcast-Interview noch einmal im Blog zu Wort kommen lassen wollen.

F: Frau Witte, Sie haben eine Kampagne gestartet mit dem Titel „Frauen mit Profil“. Worum geht es dabei?

A: Bei den Kampagnenzielen geht es einmal um die Außendarstellung, die Erschließung neuer Zielgruppen sowie das Recruiting von Fachkräften. Hier kurz ein paar Stichpunkte, was damit gemeint ist:

Außendarstellung: In dieser Männerdomäne stehen auch viele tolle Frauen ihren »Mann« und bei Kuhn+Witte sind viele Frauen fester & wichtiger Teambestandteil.

Zielgruppe(n): Frauen, die sich für die Kuhn+Witte-Angebote interessieren und/oder die eine Beratung/Betreuung von weiblichen  Mitarbeitern bevorzugen bzw. sich von ihnen besser verstanden fühlen, Stichwort Fahrzeugkauf, Serviceleistungen.

Fachkräfte: Frauen, die sich Kuhn+Witte als potentiellen Arbeitgeber vorstellen könnten oder grundsätzlich auf Berufs-/ Karrieremöglichkeiten in der Automobilbranche aufmerksam gemacht werden.

F: Wie ist die Kampagne zustande gekommen, Frau Witte?

A: Immer noch gilt die Automobilbranche als Männerdomäne. Dabei stehen in beiden „Welten“ viele Frauen „ihren Mann“ und gehören mit Herzblut sowie technischem Verständnis zum Team. Uns war es immer schon wichtig, dies hervorzuheben und mit Klischees aufzuräumen. Letztendlich hat ein Mann (mein Geschäftsführer-Kollege Oliver Bohn) den endgültigen Startschuss hierzu gegeben.

F: Ihre Mitarbeiterinnen wurden mit violetten Boxhandschuhen in Szene gesetzt. Wieso haben Sie sich genau dafür entschieden?

Kerstin Witte ist in der Geschäftsführung von Autohaus Kuhn + Witte tätig

A: Es wurde eine Umfrage unter den Mitarbeiterinnen gestartet. Wir haben uns gemeinsam für die Sportart „Boxen“ entschieden, weil es hier sehr viele Parallelen gibt und man für diese Sportart die gleichen Eigenschaften & Stärken benötigt, wie für den Job in einer männerdominierten Branche. Diese sind z.B. Kraft, Ausdauer, Effizienz, Durchsetzungsvermögen, Dynamik, Leidenschaft, Kompetenz, Willensstärke, Taktik, technisches Verständnis, Schnelligkeit, Beobachtungsgabe, Scharfsinn, Motivation, Kampfgeist, Selbstbewusstsein usw. Außerdem ist Boxen männerdominiert, wie die Automobilbranche. Da wir mit Klischee aufräumen wollten, haben sich die Kolleginnen für das Shooting nicht verkleiden müssen, alle Frauen sollten sich wiederfinden, sich verstanden fühlen und sich vor allem wohlfühlen. Stärke sollte auch nach außen (stellvertretend für alle Mitarbeiterinnen) demonstriert werden und dabei konnten sie authentisch bleiben. Die Frauen sollen stark, aber nicht »arrogant« dargestellt werden, sympathisch bleiben – aber natürlich muss sich optisch ein »roter Faden« durch die Motive ziehen, eine optische Brücke sozusagen. Dieses war dann der violette Boxhandschuh. Violett ist feminin und übrigens die Mischfarbe aus rot und blau (Audi und VW).

F: Eine letzte Frage an Sie, Frau Witte: Wie lautet die Botschaft, die Sie mit der Kampagne vermitteln möchten?

A: Wir sind überzeugt davon, dass Frauen keinen Bonus brauchen, um sich behaupten zu können. Wir wollen mit Klischees aufräumen und mit der Kampagne unsere „Stärke“ auch nach außen zeigen. Wir sind voller Ideen, dynamisch und stehen mit voller Leidenschaft hinter dem Unternehmen.

Vielen Dank, Frau Witte, für Ihre Zeit. Wir sind begeistert von Ihrer Kampagne und hoffen, weitere Betriebe durch sie zu motivieren, ihre Frauen in den Ring zu stellen.

Kerstin Witte war bereits vergangene Woche in unserem Podcast zu Gast. Dort berichtet sie auch, warum sie sich bewusst dazu entschieden hat, ihre Ausbildung nicht im Familienbetrieb zu machen.

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