Wie gute Führung Deinen Betrieb entgiften kann

Wie gute Führung Deinen Betrieb entgiften kann

Stress durch Führungsfehler – oder Führungsfehler durch Stress?

In vielen Betrieben kann man gar nicht so genau sagen, was das Huhn und was das Ei ist. Betriebsinhaber und Mitarbeiter werden oft regelrecht durch festgemauerte Strukturen voneinander distanziert. So sind Konflikte und Missverständnisse an der Tagesordnung.

 

Die Suche nach der Ursache

Klar ist: So kann es nicht weitergehen. Betriebsinhaber verlieren ihre wichtigen Mitarbeiter und der entstehende Druck auf alle anderen verschlimmert das Problem noch. Aber wo ansetzen? Einfach aufhören, gestresst zu sein? Den Zeitpunkt in der Vergangenheit suchen, zu dem man noch nicht gestresst war und das System zurücksetzen? Selbst wenn dies möglich wäre, wäre dem Betrieb in einer Zeit des Wandels nicht geholfen, alte Strukturen wieder aufzuwärmen.

 

Nach vorn blicken: Das Handwerk des Führens

Eine gute Führung aufzubauen funktioniert nicht über Nacht. Dennoch muss ein Anfang geschehen. Ich stelle nun einen möglichen Weg vor, wie ein Führungskreislauf aussehen kann, der Deinen Betrieb langfristig und nachhaltig entgiften kann.

 

 

  1. Visionen & Gesamtziele entwickeln und in Strategien übersetzen

 

Auch wenn Du froh bist, von einer Woche zur nächsten zu überstehen und einen Auftrag nach dem anderen abzuarbeiten, musst Du über den Tellerrand schauen: Wo steht Dein Betrieb nächstes Quartal, nächstes Jahr, in fünf, zehn oder gar 20 Jahren? Je weiter weg der Zeitpunkt ist, umso vager darfst Du Deine Visionen aufstellen. Dennoch solltest Du wichtige Aspekte gut durchdenken. Bedenke beispielsweise:

  • Soll Dein Betrieb wachsen oder seine derzeitige Größe aufrechterhalten?
  • Soll sich Dein Angebot spezialisieren?
  • Ist bereits ein Personalwandel durch z.B. Renteneintritt einiger Mitarbeiter abzusehen?
  • Welche Verträge binden Dich langfristig, z.B. Pachtverträge?
  • Wie steht es um die Betriebsnachfolge?

Gleichzeitig halte hier bei aber auch das Hier und Jetzt im Blick.

 

  1. Ziele mit Mitarbeitenden und Teams vereinbaren

 

Ausgehend von Deinen Visionen solltest Du mit Deinen Mitarbeitern Ziele vereinbaren, die ebenso zeitlich gestaffelt sind.

  • Welche Projekte stehen kurz- und langfristig an?
  • Welche Fortbildungen sind erwünscht oder sinnvoll?
  • Wer wird Aufgabenbereiche übernehmen, wenn der Betrieb sich vergrößert oder Mitarbeiter ausscheiden?

 

  1. Verantwortung delegieren – organisieren

 

Stelle sicher, dass Deine Mitarbeiter durch mehr Verantwortung gefordert, aber nicht überfordert werden. Gleichzeitig sollst Du entlastet werden. Bekommt ein Mitarbeiter oder ein Team als Ziel die Vollendung eines Projektes zugewiesen, sollen sie dieses mit wachsender Eigenverantwortlichkeit durchführen.

Du kannst aber auch andere Aufgaben übertragen: Lass Deine Mitarbeiter Events planen, wie Grillfeste, Tage der offenen Tür oder sogar Fortbildungen. Gib so viele Aufgaben wie möglich ab und delegiere, statt selbst zu erledigen.

 

  1. Realisierung der Ziele begleiten

 

Halte ein Auge auf die Erarbeitung von Zielen, damit niemand auf der Strecke bleibt. Sorge dafür, dass jeder Mitarbeiter in die Lage versetzt wird, seien Aufgaben lösen zu können. Dazu können Fortbildungen dienen, aber auch frei verfügbare Zeit in seinem Terminplan, die der Mitarbeiter nutzen kann, um Teambesprechungen durchzuführen. Zeige Präsenz und handle im Tagesgeschehen passiv, solange die Erreichung des Zieles nicht gefährdet ist.

 

  1. Leistung kontrollieren

 

Haben Deine Mitarbeiter und Du Deadlines für Meilensteine definiert, musst Du natürlich aktiv kontrollieren, ob diese eingehalten werden. Beachte hierbei, wer die Verantwortung trägt und suche das Gespräch zu diesen Personen. Haltet gemeinsam fest: Welche Ziele wurden erreicht und welche nicht? Welche Ziele sind in absehbarer Zeit erreichbar und welche können nicht mehr umgesetzt werden?

 

  1. Feedback kontrollieren

 

Werte aus, welche Umstände zur (nicht-)Erfüllung von Zielen geführt haben. Ziehe daraus Konsequenzen. Stechen Mitarbeiter positiv hervor, solltest Du sie belohnen. Dies kann ein offenes Lob oder auch die Übertragung von noch mehr Verantwortung sein. Bedenke: Deine Mitarbeiter arbeiten nicht (nur) für Geld, sondern (auch) für Anerkennung und Selbstverwirklichung!

Fällt jemand hingegen negativ auf, solltest Du ihn nicht abstrafen. Hinterfrage, warum er oder sie das Ziel nicht erreichen konnte. Fehlte das nötige Werkzeug, Zeit oder Know-How, musst Du auch Dich selbst in Verantwortung ziehen und dies bei der nächsten Runde des Führungskreislaufs beachten. Findet gemeinsam einen Verantwortungsbereich, der Euch beiden besser dient.

 

Alles von vorn…

 

Natürlich ist der Führungskreislauf nicht starr in diesen sechs Schritten durchzuführen. Du kannst nicht diese Kalenderwoche für Schritt 1 planen und die nächste für Schritt 2 und so weiter.

Steckst Du aber noch mitten in fehlender Führung, Stress und Zeitnot, so kannst Du Dich hieraus befreien, indem Du Schritt für Schritt einführst in Deinen Alltag. Halte Die jede Woche Zeit frei, die Du für die Planung und Umsetzung Deiner Führung nutzen möchtest.

Hast Du den Kreislauf erst verinnerlicht, wird jeder Schritt zu jeder Zeit von Deinem Betrieb genutzt. Kontrolliere Dich trotzdem selbst, ob Du für jedes Ziel alle Schritte durchführst. Denn Deine Führung wird auch in Zukunft kein Selbstläufer sein, sondern Dein ständiger Begleiter, den Du regelmäßig coachen und fördern musst.

 

Mehr dazu

 

Möchtest Du mehr zum Thema Führung erfahren, dann kann ich Dir diese Woche zwei hilfreiche Werkzeuge in die Hand geben:

 

  1. In meinem Artikel Professionell in Führung gebe ich wertvolle Tipps, mit denen Du zu einer authentischen Führungskraft heranwachsen kannst und Deine Mitarbeiter gleichzeitig zu begeistern lernst.
  2. Diese Woche im Podcast interviewe ich Miriam Engel von loyalworks darüber, wie Dich eine loyale Führung in die Pole-Position bringen kann.

Den Podcast findest Du auf