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Ziele sind gut, sind sie denn aber auch SMART?

Sich Ziele zu setzten, ist eine triviale und alltägliche Tat– diese Ziele aber auch zu verfolgen und umzusetzen, ist alles andere als trivial und alltäglich. Ziele beginnen im Kopf als Idee und verbleiben leider auch meistens in diesem Kopf, verstauben und geraten in Vergessenheit. Damit Ihre Ziele nicht in Vergessenheit geraten und handfest werden, sollten Sie im ersten Schritt Ihre Ziele bewusst formulieren und schriftlich fixieren. Ziele sind meist langfristig angelegt, können aber auch auf ein kurzfristiges Ereignis übertragen werden.

Werden Ziele langfristig gedacht, so ist es sinnvoll, dass Sie das übergeordnete Gesamtziel in kleine „Happen“ aufteilen, indem Sie Zwischenziele bzw. Meilensteine festlegen. Der Vorteil für Sie ist, dass Sie nicht kurz vor der Deadline feststellen, dass Sie sich fernab des gesetzten Ziels befinden und die punktgenaue Zielerreichung gefährdet ist. Wenn Sie Meilensteine setzen und auch kontrollieren, können Sie bereits früh erkennen, wann und wo genau Herausforderungen und Verzögerungen entstehen und gegensteuern.

Ziele bieten Orientierung

Ziele sollen vor allem Orientierung bieten, das ist ihr Sinn. Im Alltagsgeschäft vieler Betriebsinhaber geraten Ziele aus verschiedenen Gründen aus dem Blickfeld oder Ziele verlieren ihre Kerneigenschaft des Gebens von Orientierung. Ein Beispiel: Ein typisches Ziel von Betriebsinhabern ist es, die eigenen Mitarbeiter weiterzubilden. Dieses Ziel zu haben ist gut, aber bei der näheren Betrachtung fällt auf, dass die konkrete Orientierung fehlt, da das Ziel sehr offen formuliert ist. Es gleicht eher einem Neujahrsvorsatz, bei dem wir uns vornehmen, dieses Jahr – wieder einmal mehr – wirklich mehr Sport zu treiben. Es fehlen konkrete Ansatzpunkte für die Weiterbildung, etwa, welche Mitarbeiter worin und bis wann qualifiziert werden sollen.

Ein so unspezifisches Ziel gerät leicht aus den Augen oder wird nicht mehr ernst genommen, weil es keine wirklichen Ansatzpunkte bietet. Kurzum, in der allgemeinen Formulierung liegt die Schwäche von Zielen.

Ziele müssen Orientierung bieten

Wenn Sie Ziele für den Betrieb, Ihre Mitarbeiter oder sich formulieren, müssen Sie also diese Verallgemeinerung vermeiden. Ihre Ziele müssen orientierungsgebend wirken, Ihren Mitarbeitern und auch Ihnen vor Augen halten, „warum“ gerade dieses Ziel sinnvoll ist und verfolgt werden sollte. Gute Ziele verdeutlichen den konkreten Unterschied zwischen dem derzeitigen IST-Zustand und dem zu erreichenden Ziel, dem SOLL-Zustand.

Wichtig ist es, im Hinterkopf zu behalten, dass mit einem Ziel kein konkreter Weg vorgegeben wird, sondern die Orientierung zu einem SOLL-Zustand geboten wird. Das ist ganz entscheidend.

Damit Ihre Ziele Orientierung bieten, können Sie sich an der SMART-Formel orientieren.

SMART?

SMART ist ein Akronym und steht für spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert.

Spezifisch heißt, dass ein Ziel so genau und konkret wie möglich festgehalten werden sollte. Statt also festzuhalten, dass das Ziel die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter ist, werden ganz genaue Angaben zum Ziel der Weiterbildung angegeben. Beispiel: Von Ihren zehn Mitarbeitern sollen Frau Leineweber und Herr Langerfeld eine Weiterbildung zum Umgang mit betriebstypischen Sonderabfällen und deren Lagerung sowie Entsorgung erhalten.

Messbar muss ein Ziel sein, damit überprüft werden kann, ob ein gesetztes Ziel erreicht werden konnte oder es eben nicht erreicht wurde. Ziele sind meist messbar, wenn sie bereits spezifisch formuliert wurden. Für das Ziel der Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter fällt auf, dass nicht klar ist, wann dieses Ziel überhaupt erreicht wird, da Weiterbildung im Grunde endlos stattfinden kann. Damit Ziele messbar werden, helfen außerdem etwa Mengen- und Zeitangaben. Im Beispiel der Weiterbildung hilft die konkrete Eingrenzung auf einen Teil des Mitarbeiter und der Art und Form der zu erhaltenen Weiterbildung.

Attraktiv sind Ziele, wenn sie von den direkt und auch indirekten Beteiligten angenommen und getragen werden – vor allem emotional. Damit ein Ziel auch erfolgreich getragen werden kann, ist es wichtig, dass das Ziel eine gewisse Attraktivität besitzt oder zumindest auf Akzeptanz stößt. Wenn ein Ziel unattraktiv oder sogar unakzeptabel wirkt, sind die Aussichten auf Erfolg bereits geschmälert. Im Beispiel der Weiterbildung zum Umgang mit betriebstypischen Sonderabfällen und deren Lagerung sowie Entsorgung machen Sie sich als Betriebsinhaber Gedanken, welche Mitarbeiter von dieser Weiterbildung profitieren können. Sie haben sich für Frau Leineweber und Herr Langerfeld entschieden, da Sie wussten, dass beide das neue Wissen praktisch nutzen werden und sich für die Thematik interessieren. Den Mitarbeiter Herrn Maasberg haben Sie etwa ausgeschlossen, da Sie wussten, dass dieser mit dem Weiterbildungsangebot wenig anfangen könnte und es für ihn nur eine Mehrbelastung im Arbeitsalltag wäre.

Realistisch muss ein Ziel sein, da es ansonsten auch schnell unattraktiv wird. Dieses Kriterium hängt also eng mit dem vorherigen Kriterium, der Attraktivität, zusammen. Vereinfacht gesagt ist ein Ziel realistisch, wenn es durchführbar erscheint. Wenn Sie festlegen würden, dass Ihre Mitarbeiter Frau Leineweber und Herr Langerfeld die Weiterbildung bis Ende des Monats durchlaufen haben sollen, aber klar ist,

dass die Weiterbildung über einen Zeitraum von zwei Monaten verläuft, steht fest, Ihr Ziel ist unrealistisch. Es mag banal klingen, aber es werden schnell unrealistische Ziele formuliert, die dann unattraktiv wirken und eher zu Frust führen.

Terminiert bedeutet nichts mehr als die Nennung einer Zeitangabe bzw. eines Zeitraumes. Dieses Kriterium trifft nicht auf jedes Ziel zu, da nicht jedes Ziel terminiert sein muss. Ansonsten ist es sinnvoll, dass Sie für Ihre Ziele feste Zeitpläne festlegen. Feste Zeitangaben bieten einen festen Endzeitpunkt, an dem dann überprüft werden kann, ob das Ziel erreicht wurde. Bleiben wir beim Beispiel der Weiterbildung. Sie legen fest, dass die Weiterbildung von Frau Leineweber und Herr Langerfeld im ersten Quartal abgeschlossen sein muss, da der bisher zuständiger Mitarbeiter im Verlauf des zweiten Quartals den Betrieb verlässt.

SMART!

Wir fügen es einmal zusammen: Aus dem viel zu allgemeinen Ziel die Mitarbeiter weiterzubilden, ist in Anlehnung an die SMART-Formel ein viel konkreteres Ziel geworden. Das Ziel lautet jetzt, dass Frau Leineweber und Herr Langerfeld bis zum Ende des ersten Quartals eine Weiterbildung zum Umgang mit betriebstypischen Sonderabfällen und deren Lagerung sowie Entsorgung absolviert haben sollen.

Natürlich können nun noch weitere konkrete Weitebildungsziele aus dem allgemeinen Wunsch, die Mitarbeiter weiterzubilden, abgeleitet werden.

Muss jedes Ziel auch gleich immer SMART sein?

Ein Denken in schwarz und weiß oder gut und schlecht ist selten wirklich sinnvoll. Die SMART-Kriterien bieten eine gute Orientierung, gute Ziele zu formulieren, aber: Nicht jedes Ziel muss jedes dieser Kriterien vollständig erfüllen, um auch wirklich ein gutes Ziel zu sein. Außerdem ergibt es sich vermutlich meist von selbst, dass Sie attraktive und realistische Ziele formulieren, halten Sie aber Ihre Augen auf, auch spezifische, messbare und terminierte Ziele zu formulieren. Ziele wollen erreicht werden, also muss es auch einen Zielpunkt geben, der erreicht werden muss. Ziele dienen der Orientierung, dafür müssen Ziele spezifisch und messbar sein.

 

 

 

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